Wanderung Schwäbische Alb: Bassgeige / Heidengraben – Burg Hohenneuffen

Wanderung Schwäbische Alb: Erkenbrechtsweiler, Heidengraben, Burg Hohenneuffen - Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Wanderung auf der Schwäbisch Alb zur Burg Hohenneuffen

Wanderung am Nordrand des Biosphärengebietes Schwäbische Alb - von der "Bassgeige"(angrenzend zum Heidengraben) zur Burgruine Hohenneuffen. 14 leicht zu bewältigende Kilometer inmitten herrlicher Landschaft und mit beeindruckenden Ausblicken.

Die Wanderung am nördlichen Rand der Albhochfläche zwischen der Burgruine Hohenneuffen und der Ortschaft Erkenbrechtsweiler beginnt am Parkplatz „Bassgeige“ an der Kreisstraße 1262. Am Ende des Platzes, an den Erklärungstafeln, geht es zunächst nach rechts zur Rekonstruktion eines keltischen Zangentores. Zangentore waren dereinst die gesicherten Durchgänge zwischen dem Oppidum Heidengraben und der Außenwelt (mehr hierzu, siehe Kasten unten).

Daten & Infos

Die oben verwendete Karte als PDF

Strecke: ca. 14 Kilometer Schwierigkeitsgrad: leicht

Dauer: ca. 4 Stunden

Wanderkarte:
Kompass - Digitale Wander- und Fahrradkarte

 

Schöner Blick auf das Lenninger Tal

Am Ende des Parkplatzes, an den Erklärungstafeln, geht es rechts zur Rekonstruktion eines keltischen Zangentores. Vom Tor wenden wir uns zurück und gehen am Waldrand, dem roten Dreieck nach, in Richtung Waldrand. Kurz nach dem Wald geht rechts ein Weg bergab am Halsenbrünnele vorbei und einige Stufen hoch zum Friedrichsfelsen. Von hier aus hat man einen sehr schönen Ausblick auf das Lenninger Tal.
Weiter am Albtrauf entlang gelangen wir zum Brucker Fels im Nordosten. Wir schwenken Richtung Nordwest mit dem Beurener Fels als nächstem Etappenziel. Die Wegmarkierung ist nun ein blaues Dreieck. Kurz vor dem Beurener Fels passieren wir die engste Stelle der Bassgeige, den Schlupffels. Vom Beurener Fels geht es auf gleichem Weg zurück, bis rechts ein unscheinbarer Trampelpfad leicht bergan und am Albtrauf entlang abbiegt.
Wir befinden uns nun auf einem archäologischen Lehrpfad, der durch ein Achsnagelzeichen gekennzeichnet ist. Viele Grenzsteine säumen den holprigen Weg, bis wir schließlich eine Wiese erreichen, an deren Rand wir weitergehen bis zu unserem Ausgangspunkt, dem Bassgeigenparkplatz.

Wanderung zur Burg Hohenneuffen

Dies war das erste, rund 5 Kilometer lange Teilstück der Wanderung. Der zweite Abschnitt ist knapp 9 Kilometer lang – mit der Burg Hohenneuffen als Höhepunkt.
Zunächst gehen wir vom Parkplatz aus in Richtung Erkenbrechtsweiler über die K 1262 in den Burgweg bis zur Kreuzung Obere Straße. Hier rechts, erreichen wir den Ortsrand und gehen den Feldweg, bis dieser scharf links in Richtung der Burg Hohenneuffen abbiegt.

Die Burg ist unser nächster Wegpunkt. Über den Albtraufweg, am Marien- und Wilhelmsfels vorbei, kommen wir zum Wanderparkplatz Hohenneuffen. Wir überqueren ihn und wenden uns an dessen Ende in Richtung Schanze. Hier, an einem Grillplatz mit Hütte und Bänken, stoßen wir auf den Astropfad, dem wir bis zum Kalksteinbruch folgen. An der Wegkreuzung gehen wir links in Richtung Erkenbrechtsweiler.
Über Streuobstwiesen kommen wir schließlich an die K 1244, die wir überqueren und den gegenüber liegenden Weg bis zur Oberen Straße gehen. Ab hier geht es auf gleichem Weg zurück zum Parkplatz Bassgeige.

Infobox: Burgruine Hohenneuffen

Ruine Hohenneuffen  © Albrecht E. Arnold/pixelio.de

Die Burg Hohenneuffen wurde Anfang des 12. Jahrhunderts auf einem Bergsporn, dem Hohenneuffen auf der Schwäbischen Alb erbaut. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Burg mehrfach den Besitzer, ehe Napoleon sie schließlich 1801 schleifen ließ. Heute ist die Burgruine, auf der im August 1948 in der Dreiländerkonferenz (Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Baden) der Grundstein für das Bundesland Baden-Württemberg gelegt wurde,  ein beliebtes Ziel für Wanderer und Ausflügler.
Ausführliche Infos zur interessanten Geschichte der Burgruine Hohenneuffen auf der Website des Stadt- und Kulturrings Neuffen.

Der Heidengraben auf der Schwäbischen Alb

Beim Heidengraben auf der Schwäbischen Alb handelt es sich um ein keltisches „Oppidum“ aus der späten Latènezeit. Mit Oppidum bezeichneten die Römer eine stadtähnlich angelegte, befestigte Siedlung. Der Name Latènezeit ist - wie immer in der Archäologie- nach dem Ort der ersten Funde benannt. Auch als jüngere Eisenzeit bezeichnet, umfasst diese den Zeitraum von 450 v. Chr. bis ca. Christi Geburt.

Die 1662 Hektar große Hochfläche auf der Schwäbischen Alb zwischen Grabenstetten, Erkenbrechtsweiler und dem Hohenneuffen umschließt im Kern die „Elsachstadt“. Mit 153 Hektar handelt es sich dabei um die bedeutendste Siedlung der Kelten auf dem europäischen Festland. Durch zahlreiche Funde und Untersuchungen wird diese Annahme bestätigt.

Das Areal des Heidengrabens ist von steilen Abhängen begrenzt. Nur an einer Stelle besteht eine Verbindung zur Albhochfläche, nämlich am Ortsende von Grabenstetten, wo die Straße nach Böhringen / Münsingen den Heidengraben durchschneidet. Sie bildet eine ca. 100 Meter breite Brücke zwischen der "Insel" und der Albhochfläche.
Die besondere Textur des Geländes machten sich die Kelten zunutze, indem sie Verbindungen zur Albhochfläche mit Wällen (vermutlich mit Holzpalisaden versehen), Gräben und sogenannten Zangentoren sperrten. So bewachte ein Zangentor bei Erkenbrechtsweiler den Zugang aus dem Lenniner Tal. Ähnlich verhielt es sich mit einem Tor und einem Schutzwall beim heutigen "Burrenhof", welches das Oppidum in Richtung zur heutigen Ortschaft Hülben hin abgrenzte.

Eines dieser Zangentore ist gleich zu Beginn unserer Wanderung, beim Wanderparkplatz "Bassgeige" als Rekonstruktion zu besichtigen.

Die Bassgeige

Die Bassgeige, die wir erwandert haben, gehört nicht zum Heidengraben, sondern ist dem Oppidum vorgelagert und war durch Wälle abgetrennt. Die Bassgeige - win Blick auf die Karte erklärt ihren Namen - erstreckt sich vom Brucker zum Beurener Fels und verjüngt sich im Süden zu einer nur ein paar hundert Meter breiten offenen Flanke. Diese konnte mittels Befestigungsanlagen zwischen den Steilhängen leicht gesperrt werden. Die exponierte Lage veranlasste im Mittelalter Burgherren dazu, diverse Burganlagen auf der Bassgeige zu errichten.

Die gleiche Situation zeigt sich ganz im Süden des Heidengrabens, bei Grabenstetten, sowie am „Burrenhof“.  Auch hier trennen Wälle mit kleinen Durchlässen den Heidengraben von der Hochfläche der Schwäbischen Alb.

Autor: Rickmer Stohp

Quellen:  Der Heidengraben – Ein keltisches Oppidum auf der Schwäbischen Alb, Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden- Württemberg, Bd. 27. Dorothee Ade, Manuel Fernández-Götz, Lisa Rademacher, Gerd Stegmaier, Andreas Willmy. Konrad Theiss Verlag Stuttgart, 2012.