Buch Rodenstein

"Komm setze dich zu mir. Es ist ein schlimmer Abend heute. Aller Sommer ist tot." Mit diesen Sätzen beginnt das " Buch Rodenstein" von Werner Bergengruen. Der Autor, 1892 in Riga im Baltikum geboren, schreibt dieses Buch im Jahre 1927. Zentrale Figur ist der Rodensteiner, Herr und Reichsritter auf der Burg Rodenstein bei Fränkisch Crumbach.

Es regt sich was im Odenwald.
Und durch die Lüfte hallt´s und schallt.
Der Rodensteiner zieht um.
Vom Rhein her zieht ein starker Luft,
Der treibt den Alten aus der Gruft.
Der Rodensteiner zieht um.
(aus Gerd Bauer: "Elfen um halb zwölf. Hessische Sagen neu erzählt".

Der Rodensteiner, so geht die Legende, zieht mit seinem Heer immer dann durch die Lüfte, wenn ein Krieg naht - das letze Mal hat man das fürchterliche Gebrause in der Luft nächtens im Frühsommer 1939 vernommen. Zumindest behaupten das einige ältere Bewohner der Gegend.

Wilde Weibchen, Dachsjäger & weiße Heiden

Bergengruen nimmt diese und andere Sagen der Gegend auf und erzählt sie unglaublich spannend in seinem typischen, fabulierenden Schreibstil. Es geht um wilde Weibchen, Dachsjäger, weiße Heiden und weiße Selben, die Türkenkriege und eine schöne Prinzessin aus dem Morgenlande.
Für Bergengruen erhält "das Geschehen aus den ewigen Ordnungen seinen Sinn", wie es treffend in Meyers Lexikon heißt.

Sagen im Wanderrucksack

Wer bei Rodenstein durch den Odenwald wandert, nimmt dieses Buch mit, setzt sich an einen der geheimnisvollen Orte und liest. Zum Beispiel am Rimdidim, dem höchsten Punkt der Wanderung mit den vielen Granitblöcken, oder am Wildweibchenstein unterhalb des Weges am Rande der Höhle.

 

Bildnachweis:
Großes Foto, Ruine Rodenstein: ©Heinz Ober,pixelio.de
zwei Fotos: ©Rickmer Stohp

Quellen:
Alice Selinger: Freizeitführer Odenwald/Bergstraße. Peter Meyer Verlag, 2. Auflage Frankfurt/Main 2007
Werner Bergengruen: Das Buch Rodenstein. Insel Taschenbuch 1793, Frankfurt und Leipzig 1996
Meyers Enzyklopädisches Lexikon, 9. Auflage 1977, Mannheim, Band 3 Seite 818