Auf dem Heidegger-Rundweg in Todtnauberg

Der Heidegger Weg in Todtnauberg

Höhenprofil Heidegger Wanderung in Todtnauberg, Hochschwarzwald

 

“Der Feldweg” und “Sein und Zeit” – beide Schriften hat der Jahrhundertphilosoph Martin Heidegger in der Hütte am Lachengründle bei Todtnau geschrieben. Mit “Sein und Zeit” wird der junge Philosoph und Privatdozent in Freiburg 1927 schlagartig berühmt – es ist das grundlegende Werk seiner Philosophie.

“Der Feldweg”, kurz nach dem Zusammenbruch 1948 entstanden, ist bescheidener im Umfang aber nicht weniger tiefgründig und fesselnd. Heidegger beschreibt in diesem Essay den Gang auf dem Feldweg seiner Kindheit in Meßkirch: “Was um den Weg sein Wesen hat, sammelt er ein und trägt jedem das Seine zu”. So ist der Gang auf dem Feldweg auch ein Gang auf dem Weg des Denkens.

Die Wanderung

Daten & Infos

Die oben verwendete Karte als  PDF
Strecke: ca. 6,2 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: leicht
Dauer: ca. 2,5 Stunden
Wanderkarte:  Kompass – Digitale Wander- und Fahrradkarte

Ausgerüstet mit der kleinen Schrift, machen wir uns am “Radschert” oberhalb von Todtnauberg auf, um den Heidegger-Rundweg zu wandern. Hier, auf ca. 1150m Höhe, bietet eine kleine Hütte auf Tafeln und Karten alle Informationen zu den Sehenswürdigkeiten der unmittelbaren Umgebung.

Martin Heidegger
Martin Heidegger – © Stadt Meßkirch

Wir gehen auf dem Weg oberhalb der Jugendherberge in östlicher Richtung bis zum Jakobuskreuz. An einer Eiche geht es rechts in den Wald und über das Quellgebiet des Lachenbaches – unterhalb liegt besagte Hütte der Heideggers – erreichen wir das Stübenbächletal. Über den Bach gehen wir nun südwärts, immer Todtnauberg und die Höhen des Südschwarzwaldes im Blick.

Auf der Bergerhöhe biegen wir rechts ab auf einen Fußweg zur Fatimakapelle. Errichtet zum Gedenken an die Gefallenen der Weltkriege, ist dieser Platz eine gute Gelegenheit ein paar Seiten Heidegger zu lesen. Anschließend gehen wir wieder zurück auf den Hauptweg und biegen an einer Kreuzung ab in Richtung Ortsteil Rütte. Hier angekommen, müssen wir nur dem Martin-Heidegger-Weg folgen und erreichen nach 6,2 km wieder den Radschert.

Der Weg ist sehr gut markiert und Hinweistafeln zum Leben des Philosophen und seiner Familie in Todtnauberg zeigen: “…. daß alles Gediegene nur gedeiht, wenn der Mensch recht beides ist: bereit dem Anspruch des höchsten Himmels und aufgehoben im Schutz der tragenden Erde”

Wer länger in dem schönen Todtnauberg verweilen möchte, dem empfehlen wir den Besuch der Information im Kurhaus – hier kann auch “Sein und Zeit” ausgeliehen werden.

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Quellen:
hochschwarzwald.de
Martin Heidegger: Der Feldweg. Vittorio Klostermann GmbH, Frankfurt/Main 1953
Meyers Enzkl. Lexikon. Bibliograpisches Institut AG, Mannheim, 1977, Bd. 11, Seite 602-603

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