Hermann Löns – der Heidedichter

Ho Rüd´hoh und der Wehrwolf – So die Titel von zwei großen Bucherfolgen des Schriftstellers Hermann Löns.  Auch Löns’ Grab hat etwas  Wölfisches: Eine alte germanische Rune –  die Wolfsangel –  ziert einen Findling über seiner letzten Ruhestätte. Das Grab liegt im “Tietlinger Wachholderhain”, einem Naturschutzgebiet unweit Walsrode in der Lüneburger Heide.

Leidenschaftlicher Jäger, Trinker, Naturforscher und arbeitswütig bis zum Nervenzusammenbruch. Der Schilderungen über den Dichter gibt es viele. Aber in einem sind sich alle einig: Hermann Löns ist der Heidedichter schlechthin.

In Westpreußen 1866 geboren, geht Löns schon während der Schulzeit in Deutsch-Krone seinen Naturstudien nach. Mit den Eltern übersiedelt der junge Löns nach Münster in Westfalen und macht dort sein Abitur. Das anschließende Medizinstudium in Greifswald und Göttingen bricht er ab, kehrt nach Münster zurück und studiert dort Naturwissenschaften.

Begeisterter Naturbeobachter

Der junge Löns ist zwar begeisterter Naturbeobachter, aber das Studium und der Hochschulbetrieb sind nicht seine Welt. Auch das zweite Studium schließt er nicht ab und begibt sich als Redakteur nach Hannover und Bückeburg. In dieser Zeit veröffentlicht er mehrere Aufsätze über die heimische Pflanzen – und Tierwelt. Löns´ Arbeit über die “Schnecken in Westfalen” wird ein Standardwerk.

Redakteur in Hannover

Seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie, Löns ist zweimal verheiratet, bestreitet er nun mit der Arbeit als Redakteur und später als Schriftleiter in Hannover.
Seine liebevollen Schilderungen der Tiere und Pflanzen seiner Heimat in Gedichten, Romanen und Erzählungen machen ihn zum beliebten Heimatdichter.

Als Jäger sieht sich Löns mehr der Hege und Pflege der Natur verpflichtet und wird so zu einem der Vordenker des Naturschutzgedankens. Für die aufkommende Wandervogelbewegung wird Löns schon zu Lebzeiten zum Mythos.

Geschichte von der Heide

Über seine Liebe zur Natur vergisst Löns aber nicht die Menschen, die in ihr und mir ihr leben. Dem Einbruch der Moderne mit synthetischem Dünger und Fichtenplantagen in die traditionelle Heidelandwirtschaft setzt Löns seine Geschichten vom Land entgegen. Er schöpft aus den Sagen, Märchen und Legenden des Volkstums und verbindet sie mit seinen eindrucksvollen Bildern aus der Natur.

Hermann Löns schärft mit seinen Werken das Bewusstsein der Deutschen für die Schönheit einer intakten Natur. Ihm ist es zu verdanken, dass wenigstens ein kleiner Teil der Heide als Kulturlandschaft erhalten blieb.

Löns Ende ist extrem und tragisch.

Trotz seiner großen Erfolge besitzt er in den letzten Jahren seines Lebens kaum mehr, als was er zum unmittelbaren Überleben braucht. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges meldet sich der 48jährige freiwillig.
Ohne Militärdienst abgeleistet zu haben, wird er zunächst nicht genommen. Seine Beziehungen verhelfen ihm dann doch zu einem Posten hinter der Front als Kriegsberichterstatter. Das lehnt er ab; er will kämpfen. Schließlich kommt er im Regiment “Prinz Albrecht von Preußen” als Infanterist unter – der gleichen Einheit, in der Ernst Jünger als Leutnant dient.

Nach vier Wochen Kriegsdienst fällt Hermann Löns beim ersten Sturmangriff seines Regimentes bei Loivre, nördlich von Reims in Frankreich.

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