Geschichte des Schönbuch und der Waldnutzung. Die Geschichte unseres Landes beim Wandern erleben. - © Peter Habereder/pixelio.de

Geschichte der Forstwirtschaft im Schönbuch

Der Schönbuch hat sich im Laufe der Jahrhunderte enorm verändert. Durch die Nutzungsrechte der Schönbuchgenossen, vor allem durch die Waldweide, waren nach dem 30jährigen Krieg nur noch 25 Prozent des Schönbuchs bewaldet. Der Rest, kahlgefressen von bis zu 15000 Stück Vieh, ohne Jungwuchs und mit überhöhtem Wildbestand, bestand aus ein paar einsamen Huteeichen.

Schon die württembergischen Herzöge versuchten im 16. Jahrhundert mit den Schönbuchordnungen die Nutzung des Waldes einzuschränken. War es bis dato erlaubt, alles “Holz aus dem rechten Hau” – alles außer Eiche, Buche und beerentragende Bäume –  zu entnehmen, so wurden jetzt Bannwälder abgezäunt und verordnet, dass neue Gebäude bis zum ersten Stock aus Stein zu bestehen haben.
Nach Ablösung der Schönbuchrechte mit Grundbesitz und Geld für die betroffenen Gemeinden und der gleichzeitig stattfindenden Etablierung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die aufkommende Forstwirtschaftlehre, konnte eine nachhaltige Waldnutzung entstehen.
Das württembergische Königshaus hatte mit der Errichtung eines forstwissenschaftlichen Lehrstuhles an der Uni Tübingen im Jahr 1818 großen Anteil an dieser Entwicklung.

Einem der Pioniere der Forstwirtschaft im Schönbuch, Wilhelm von Widenmann, ist das Denkmal oberhalb Bebenhausens gewidmet – aus Rätsandstein gehauen.
Widenmanns  Nachfolger war für 40 Jahre Dr. Friedrich August v. Tscherning. Dessen hauptsächliches Bemühen galt dem Schutz der Wiederbestockung und dem Zuwachs an Holzvorrat im Schönbuch. Neben seinen großen Verdiensten um den Forst machte er seltene Funde zur Geschichte des Schönbuches.
Die von ihm erbaute Steinhütte oberhalb des Goldersbachtales ist ein wunderschöner Rastplatz, vor allem im Winter.

 

Foto oben: Winterwald – © Peter Habereder/pixelio.de