Der Rulamanweg bei Bad Urach

Der Rulamanweg bei Bad Urach

Der Rulamanweg

Unsere Wanderung auf den Spuren von Rulaman, dem Ureinwohner der schwäbischen Alb beginnt im oberen Ermstal nahe Bad Urach. Am Parkplatz an der B 465, kurz hinter der Abfahrt nach Wittlingen, hat der „Rulamanweg“ seinen Einstieg.

Jägernomaden auf der Alb

Rulaman heißt der Junge im gleichnamigen Jugendroman von David Friedrich Weinland. Weinland beschreibt in diesem Buch das Leben der „Aimats“, der steinzeitlichen Jägernomaden auf der Alb und ihr Zusammentreffen mit den sesshaften Bauern, den „Kalats“.

Daten & Infos

Die oben verwendete Karte als PDF
Strecke: ca. 12 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: leicht
Dauer: ca. 3,5 Stunden
Wanderkarte: Kompass - Digitale Wander- und Fahrradkarte

Im Tal des Wittlinger Baches, direkt unterhalb der Ruine Hohenwittlingen, führt uns der Rulamanweg talaufwärts. Ein mit Tafeln und anderen Exponaten ausgestatteter Urgeschichtspfad nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit unserer Erde - jeder Schritt tausend Jahre bis zum ersten Urmenschen vor einer halben Million Jahre.
Wir bleiben auf der rechten Hangseite, erreichen die Wolfsschlucht und biegen rechts ab, den Hang hinauf.

In der Schillerhöhle

Kurz vor der Ruine haben wir die Möglichkeit, die Schillerhöhle zu „befahren“, wie die Höhlenforscher das Durchqueren einer Höhle nennen. Die Schillerhöhle ist 245m lang; aber nur die ersten 30 Meter können gefahrlos mit Taschenlampe besichtigt werden. Dies auch nur im Sommer, im Winter ist die Höhle den Fledermäusen vorbehalten. Im Roman heißt die Schillerhöhle Tulkahöhle und ist Wohnsitz von Rulamans Sippe.

Weiter geht´s bergauf, und wir erreichen die Ruine Hohenwittlingen. Von hier aus haben eine wunderschöne Aussicht auf das Ermstal und hinüber nach Sirchingen, auf die Albhochfläche.
Die Burg war zuletzt, nach mehrmaligem Besitzerwechsel die wichtigste Festung des Grafen Eberhard I. Im Zeitalter der Reformation, 1548, versteckte sich hier „Luthers Mann in Süddeutschland“, der Prediger Johannes Brenz aus Schwäbisch Hall.

Verfolgung der Täufergemeinden

So wie sein großes Vorbild auf die Wartburg, flüchtete der Lutheraner Brenz vor den Schergen des katholischen Kaisers Karl V. hierher. Kaum hatten sich die evangelischen Fürsten durchgesetzt, bekam Brenz ein Amt am württembergischen Hof und stieg 1553 zum Stiftsprobst in Stuttgart auf. Wenige Jahre nach seiner Verfolgung durch die Gegenreformation der katholischen Kirche hatte dann auch die evangelische Kirche ihre „Ketzer“, die sie verfolgen konnte. Hohenwittlingen wurde 1560 bis 1617 Kerker für die führenden Mitglieder der „Täufergemeinden“.

Von der Burgruine aus gehen wir auf dem Hohenwittlingensteig das Tal aufwärts. Bis zu unserem Zwischenziel Seeburg am Ermsursprung haben wir noch den Aussichtspunkt Georgenau und den Buckfelsen mit abenteuerlichen Zugängen und steilen Abhängen vor uns.
Auf dem Weg bergab zu einer Klinge kommen wir an einer Brunnenstube vorbei, an der die Familie Weinland ihr Wasser geholt hat, bevor die Wasserversorgung auf die Alb kam. Am Grund der Klinge, der Talsteige heißt, stoßen wir an eine Kreuzung und verlassen den Hohenwittlingensteig und den Schotterweg auf den aufwärts führenden Waldpfad zur Ruine Baldeck; markiert mit einer gelben Gabel.

Unterwegs im Bannwald

Eine leichte Rechtskurve, und wir befinden uns im Bannwald Baldeck. Dieser Bannwald gehört schon zur Kernzone des Biosphärenreservates Schwäbische Alb. Am Bergsporn der ehemaligen Ruine genießen wir den letzten Ausblick in das Tal, bevor wir bergab Richtung Seeburg wandern. Im Tal angekommen, überqueren wir die B 465 und die Erms. Am gegenüber liegenden Waldrand wenden wir uns links, flußaufwärts bis zum Ort.

Hinter der Gaststätte Lamm und über die Kreuzung, gehen wir die Straße „Am Fischbach“ hoch. An deren Ende links in die Straße „Ströbling“, kommen wir an der B 465 heraus und gehen bis zum Cafe Schlössle. Am Ende des Parkplatzes stoßen wir auf einen Wegweiser, wir folgen dem gelben Dreieck und dem Seeburgsteig rechts ab. Ein kurzes Stück Weges, und wir verlassen den Seeburgsteig bergan, dem Dreieck folgend. Nach dem Sonnenhof geht es links ab zum Sportplatz Wittlingen.

Hinter dem Sportplatz geht es nun rechts ab in den Buchenweg in Richtung Ort. An der nächsten Kreuzung führt uns der Hohenwittlinger Weg aus dem Ort hinaus. Nach dem Parkplatz wandern wir in einer Allee unter uralten Mostbirnenbäumen in Richtung Hofgut Hohenwittlingen, dem Wohnort der Weinlands.
Ein kleiner Pfad links an den Gebäuden entlang führt uns wieder zur Burgruine. Von dort den bekannten Weg abwärts zum Parkplatz im Tal. Wer abkürzen will, kann nach dem Parkplatz direkt in die Wolfsschlucht absteigen und kommt über den Rulamanweg wieder zurück. Von der Ruine gibt es auch einen kurzen Abstieg zum Parkplatz. Aber beide Wege sind bei feuchtem Wetter nicht zu empfehlen.