Forsthaus im Rohnbachtal bei Enzklösterle Foto: Geschichte zu Fuß; Wolfgang Wirtz

Durchs Rohnbachtal

Auf die Geschichte um das Rohn- bzw. Rombachtal sind wir zufällig gestoßen – im Zusammenhang mit den sogenannten “Salbeöfen”, von denen es auch in diesem Tal einige gegeben hat.

Das Rohnbachtal ist ein Seitental der oberen Enz bei Enzklösterle. Im unteren Teil heißt der Bach Rohnbach und ist württembergisch, im oberen Teil ist er badisch und heißt Rombach. Die Grenze zwischen Baden und Württemberg geht mitten durch dieses Tal.

Nicht weit vom Ortsrand Rohnbach entfernt weitet sich das Tal und macht Platz für eine flache, artenreiche Talaue. Am Eingang zu diesem Teil des Tales ist ein kleines Ensemble von Gebäuden und Schaustücken gestaltet worden, welches Einblick in die Gewerke voriger Jahrhunderte bietet. Es ist einer typischen Holzhauer- und Flößersiedlung nachempfunden.

Das Tal wird wieder enger und wir erreichen den Rombachhof – Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1945. Damals wurden hier zehn Personen umgebracht, eine Försterfamilie und eine Hausangestellte. Nur ein Kind überlebte das Verbrechen, weil es sich versteckt hatte. Aufgeklärt wurde das Verbrechen bis heute nicht.

Der Rombachhof war eine alte Holzhauer- und Flößersiedlung. Heute existieren nur noch die forstlich genutzten Gebäude der staatl. Forstverwaltung. Das merkt man auch der breiten Forststraße an, die von hier aus zum Kaltenbronn führt und den Bergrücken zwischen Murg und Enz erschließt. Auch früher muss hier ein alter Weg auf die Höhe geführt haben; wir sehen am Bach an mehreren Stellen Verbauungen aus Buntsandsteinblöcken. Über diesen Weg kamen im April 1945 die französischen Truppen mit ihren Panzern in das Rombachtal.

Auf der nordöstlichen Seite des Hirschberges gehen wir wieder zurück in das Enztal. Wir kommen dabei vorbei an einer der letzten Rußhütten des Schwarzwaldes. Dieses kleine Gebäude, 1829 erbaut, wurde erst 1982 wiederentdeckt und ein paar Jahr später wieder vollständig restauriert.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Ofen mit stark harzhaltigen Holzabfälle, mit Zapfen, Reisig sowie Harzgrieben befüllt. Der Rauch wurde in einen Rußfang  geleitet und dort mit Hilfe von Leinensäcken gefiltert. Der so gewonnene Feinruß war als Farbpigment sehr begehrt – z.B. in Ölfarbe, Schuhcreme und Tusche.

 

 

Bildhinweis: ehem. Forsthaus im Rohnbachtal. © Wolfgang Wirtz/Geschichte-zu-Fuss.de

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