Ludwig Uhland

Ludwig Uhland: Auf dem Uhlandweg von Tübingen zur Wurmlinger KapelleDer Dichter Ludwig Uhland wird am 26. April 1787 in Tübingen geboren. Uhland stammt aus begütertem Elternhaus; 1799 tritt er in die Lateinschule ein und schon als Vierzehnjähriger wird er Jurastudent an der Tübinger Universität.

Uhlands Leidenschaft aber gilt der Literatur und Poesie, vor allem der Volksdichtung und den Erzählungen des Mittelalters. Noch während seiner Studienzeit findet er Anschluss an die “schwäbische Dichterschule” um Gustav Schwab und Justinus Kerner. Zur gleichen Zeit formiert sich neckarabwärts die Heidelberger Romantik mit ihren Protagonisten Achim von Arnim, Clemens Brentano und Joseph Görres. Ihr Bemühen um die Poesie des Volkes in Liedern, Sagen und Erzählungen beeindrucken Ludwig Uhland sehr.

Ludwig Uhland: Wanderung durch Tübingen

Umzug nach Stuttgart
Nach Abschluss des Studiums als Magister promoviert der 23jährige 1810 zum Dr.jur.. Anschließend begibt sich Ludwig Uhland auf Reisen, um in Bibliotheken mittelalterliche Texte aus Frankreich und Deutschland zu studieren. Seine Rückkehr nach Württemberg im Jahr 1812 ist verbunden mit  dem Umzug nach Stuttgart.

Uhland tritt eine Stelle im Landesjustizministerium an, die er aber mangels Aussicht auf Beförderung ein Jahr später wieder verlässt. Nun muss sich der junge Jurist als Anwalt durchschlagen. Es gelingt ihm mehr schlecht als recht.

In den folgenden sieben Jahren veröffentlicht Uhland Gedichte und Schauspiele. In diese Zeit fällt auch sein politisches Wirken, das mit der Wahl zum Abgeordneten des Oberamtes Tübingen in der württembergischen Ständeversammlung 1819 einen vorläufigen Höhepunkt findet. Ludwig Uhland profiliert sich als liberaler Kritiker der jungen württembergischen Monarchie und ihrer Verfassungspläne.

“Sänger vor dem Fürstenthrone”

Der “andere” Uhland begreift sich als “Sänger vor dem Fürstenthrone“, wie er sich selber nennt. Der idealistischen Strömung seiner Zeit folgend, meint er durch seine Poesie auf gesellschaftlicher und politischer Ebene wirken zu können.
Ob aus Enttäuschung oder nicht, nachdem Uhland Abgeordneter ist, dichtet er kaum noch.
1820 heiratet Ludwig Uhland Emilie Vischer, eine reiche Kaufmannstocher aus Tübingen. Fünf Jahre später lehnt er eine erneute Kandidatur ab und wird 1827 vom Senat der Universität Tübingen für den Lehrstuhl  für deutsche Literatur vorgeschlagen. Ein Jahr zuvor hat er gemeinsam mit Gustav Schwab die Gedichte Friedrich Hölderlins herausgebracht, der im Turm am Neckar unheilbar krank vor sich hin dämmert.

Politisch unbequem

1829 wird Uhland Professor an der Tübinger Universität – es hat zwei Jahre gedauert, bis die Landesregierung dem Wunsch der Universität  entsprochen hat. Denn Uhland ist in ihren Augen ein politisch unbequemer Kandidat.
Ludwig Uhland zieht zurück in seine Heimatstadt und wird 1832 zum Abgeordneten des neuen württembergischen Landtages vorgeschlagen. Hierzu ist seine Beurlaubung als Professor notwendig, die ihm die Landesregierung verweigert. Uhland kündigt seine Professur und wird liberaler Abgeordneter.
1836 veröffentlicht er eine Mythenstudie und den ersten Teil einer Sammlung volkstümlicher Lieder.

Ansprache an das deutsche Volk

In den Revolutionsjahren 1848/49 wird Ludwig Uhland einer der 17 Vertrauensmänner in Frankfurt und im Anschluss – als Vertreter des linken Zentrums –  Mitglied des ersten deutschen Parlamentes in der Paulskirche.
Nach Monaten der Beratungen scheitert dieses demokratische Projekt. Uhland verfasst am 25. Mai 1849 die “Ansprache an das deutsche Volk”; es hilft alles nichts. Uhland geht als einer der Wortführer mit dem “Rumpfparlament” nach Stuttgart. Beim Einzug in die württembergische Landeshauptstadt, am 18.Juni 1849, werden die verbliebenen Abgeordneten von königlichen Soldaten auseinandergetrieben.

Uhland beendet seine politische Karriere mit einem Aufsatz gegen das “Standrecht in Baden“, welches nach den revolutionären Ereignissen im Großherzogtum Baden ausgerufen wird.
1853 lehnt er den hochangesehenen preußischen Orden “Pour le mérite” für Kunst und Wissenschaft ab. Er kann die Ehrung nicht mit seinen politischen Grundsätzen vereinbaren und gedenkt in dieser öffentlichen Ablehnung seiner inhaftierten, verbannten und erschossenen Kameraden.

Am 13. November 1862 stirbt Ludwig Uhland in seinem Haus in der Tübinger Neckarhalde. Zwischen 1862 und 1873 erscheinen acht Bände seiner bisher unveröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten zur Geschichte der Dichtung und Sage.

Foto: L. Uhland – © Georgios Kollidas/Fotolia.com