Götz von Berlichingen

Über das Leben des Götz von Berlichingen - dem Ritter mit der eisernen Faust.

Im Jahr 1773 veröffentlicht Johann Wolfgang von Goethe sein Schauspiel "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand". Es ist, am Vorabend der französischen Revolution,  das bekannteste Werk der Literaturepoche "Sturm und Drang".  Mit dieser Dramatisierung vom Leben des fränkischen Ritters Götz von Berlichingen im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit wird Goethe schlagartig bekannt.  Wir haben Goethes Protagonisten einen Besuch abgestattet - auf einer Wanderung im Jagsttal:

Geboren wurde Götz von Berlichingen um das Jahr 1480 irgendwo im Jagsttal - das genaue Geburtsdatum ist ebenso wenig bekannt wie der Geburtsort. Im Alter von zehn Jahren kommt er in Niedernhall in die Schule und lernt lesen, schreiben und rechnen. Mit 15 beginnt er in Ansbach bei seinem Onkel  Konrad seine Lehrzeit als "Kriegs- und Reutersmann".

"Der mit der eisernen Hand"

Nach Ritterart in zahlreiche Streitigkeiten, sogenannte "Fehden" verwickelt, verliert Götz von Berlichingen mit 24 Jahren seine rechte Hand. Sie wird ersetzt durch eine kunstvoll gearbeitete eiserne Prothese, und fortan trägt Götz den Beinamen "der mit der eisernen Hand".
Seine Streitlust ist ungebrochen. Götz zieht sich die Feindschaft des Schwäbischen Bundes zu, eines sehr mächtigen Adels- und Städtebundes.
Als Götz von Berlichingen im Jahr 1512 Kaufleute aus Nürnberg und Köln überfällt, muss Kaiser Maximilian I. -  der letzte Ritter auf dem Thron -  Götz notgedrungen ächten, obwohl er ihm eigentlich wohlgesonnen ist.

Amtmann in Möckmühl

Trotz der Acht durch den Kaiser macht Herzog Ulrich von Württemberg  Götz von Berlichingen im Jahr 1517 zum Amtmann in Möckmühl. Ein Jahr später kommt von Berlichingen ein zweites Mal in kaiserliche Acht - diesmal wegen seiner Unterstützung des Reichsritters Franz von Sickingen, der schillerndsten Figur der Reichsritterszene dieser Zeit.

Haft in Heilbronn

1519 kämpft Götz von Berlichingen an der Seite des Herzogs Ulrich von Württemberg wieder einmal gegen den Schwäbischen Bund. Er wird gefangen genommen und bleibt bis 1522 in Heilbronn in Haft. Im Bauernkrieg, 1525, vom Odenwälder Haufen wegen seiner Kenntnisse im Kampf gegen den Schwäbischen Bund zur Hauptmannschaft gezwungen, verlässt er die Aufrührer vor der entscheidenden Schlacht bei Würzburg (siehe Tilman Riemenschneider).

Die letzten Jahre an der Jagst

Der Bauernkrieg wird niedergeschlagen und Götz von Berlichingen vor dem höchsten Reichsgericht, dem Reichskammergericht, angeklagt. Er bekommt einen Freispruch zweiter Klasse und darf nach Jagsthausen zurückkehren. Seine Bewegungsfreiheit aber wird stark eingeschränkt. Mit dem Kaiser zieht er noch einmal gegen Ungarn und Frankreich, verbringt den Rest seines Lebens aber in seiner Heimat, an der Jagst oder auf Burg Hornberg, wo er im Juli 1562 stirbt.

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