Die Geschichte der Deutschen: Der Gang nach Canossa © Sergey Kohl / Fotolia.com

Der Gang nach Canossa

Die Geschichte der Deutschen: Der “Gang nach Canossa” Heinrich IV. ist der Höhepunkt des sogenannten Investiturstreites zwischen geistlicher Macht (dem Papst als Oberhaupt der Kirche ) und weltlicher Macht (dem Kaiser als von Gott eingesetztem Herrscher über seine Untertanen).

Streitpunkt ist das Recht des Grundherrn auf Einsetzung der geistlichen Führer im jeweiligen Herrschaftsraum. Die Kirche bemängelt, dass bei einer Einsetzung durch die weltliche Macht die Treue zur Kirche weniger wert wäre als die zum Lehnsherrn und drängt auf eine Reform. Die weltlichen Herrscher fürchten Machtverlust. Dieser Konflikt bestimmte die Machtpolitik in Europa 50 Jahre lang.

Er beginnt 1076 auf dem Reichstag in Worms, wo sich Heinrich IV. mit den deutschen Bischöfen gegen den Papst stellt und ihn als ´falschen Mönch ´ für abgesetzt erklärt.

Der Papst Gregor VII. fackelt nicht lang und exkommuniziert Heinrich – wirft ihn aus der Gemeinschaft der Gläubigen.
Es geht hin und her – Bündnisse, Gegenbündnisse, Drohungen.

Letztlich muss Heinrich klein beigeben. Im Dezember 1076 tritt er mit Frau, Kind und kleinem Gefolge (Friedrich von Büren!) den Weg über die Alpen, nach Canossa an.

Im ´härenen Bußgewand ´ und barfuß bittet er Gregor um Verzeihung. Die wird ihm gewährt und er kann weiterregieren. Aber der Konflikt dauert noch bis 1122 an. Es gibt Synoden, Verhandlungen, auch Kriege wie die Schlacht an der weißen Elster 1080, bis schließlich das Wormser Konkordat den Streit mit einem Kompromiss beendet.

Diese ´Einigung´ zwischen Kaiser und Papst  führt zu einer nachhaltigen Schwächung des Kaisertums.

Dank des Salierkaisers Heinrich IV. an Friedrich von Büren:

„Wackerer Mann, den ich vor allen immerdar als den treuesten und tapfersten erfunden habe, du weißt, wie im römischen Reich die Frevel überhandnehmen, wie durch des Teufels Einwirkung empörerische Verbindungen für heilig gelten, während Gottes Gebot, die Obrigkeit zu ehren, verachtet und mit Füssen getreten wird. So wie bisher, kämpfe auch künftig gegen dieses verderblichste aller Übel, und als Beweis, wie sehr ich deine früheren Verdienste anerkenne und den künftigen vertraue, gebe ich dir meine Tochter Agnes zum Weibe und das Herzogtum Schwaben zur Mitgift.“

 

Bildhinweis: Heinrich IV Gang nach Canossa –  © Bocman 1973 / Fotolia.com

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