Friedrich der Große

Friedrich II von Preußen, Friedrich der Große - © rumifaz/Fotolia.comFast 50 Jahre lang hat Friedrich II von Preußen die Geschicke seines Landes maßgeblich beeinflusst und aus Preußen eine Großmacht geschmiedet. Eine kurze Biographie von Friedrich dem Großen, dem “alten Fritz”.

Friedrich wird am 24.Januar 1712 in Berlin geboren. Sein Vater ist Friedrich Wilhelm I. von Preußen, der “Soldatenkönig”. Seine Mutter Sophia Dorothea stammt aus dem Hause Hannover.

Der Vater wünscht eine strenge, soldatische und religiöse Erziehung für seinen eher feinsinnigen Sohn. Der Lehrer des jungen Friedrich, der Hugenotte J.E. Duhan de Jandun, erkennt dessen künstlerische Seite und unterrichtet ihn in Latein, Französisch und Literatur. Der König kommt dahinter, lässt den Lehrer verhaften und zieht sämtliche Bücher ein.

Schläge und die seelische Rohheit des Vaters setzen dem Jungen zu. 1730 kommt es zum berühmt gewordenen Fluchtversuch in Steinsfurt. Die Flucht scheitert und Friedrich entgeht knapp dem Todesurteil, weil das Militärgericht vor das ihn sein Vater stellen lässt, es ablehnt dem Wunsch des Vaters zu entsprechen. Statt seiner wird sein bester Freund, Katte wegen Landesverrats hingerichtet. Der König zwingt Friedrich der Vollstreckung des Urteils beizuwohnen.

Arrangierte Hochzeit
Friedrich kommt in Arrest. Später muss er in Küstrin in der Verwaltung hospitieren. 1732 erhält er vom Vater den Oberbefehl – im Rang eines Oberst – über ein Infanterieregiment in Neuruppin. Auch sonst überlässt der Vater nichts dem Zufall: 1733 arrangiert er Friedrichs Hochzeit mit Elisabeth Christine zu Braunschweig-Bevern.

Die Ehe bleibt glück- und kinderlos. Immerhin kann sich Friedrich jetzt dem Einfluss des Vaters entziehen. Das junge Paar zieht in das Schloss zu Rheinsberg in Brandenburg. Dort geht der Kronprinz seinen künstlerischen und literarischen Interessen nach. Er beginnt einen Briefwechsel mit Voltaire, dem französischen Philosophen der Aufklärung.
In Rheinsberg verfasst Friedrich auch den “Antimachiavelli”. In dieser Schrift setzt er der Politik des unbedingten Machterhalts, die auch vor Betrug und Täuschung nicht Halt macht, das Ideal des vernünftigen und der Gerechtigkeit verpflichteten Herrschers entgegen.

Soziale Errungenschaften
Am 31. Mai 1740 stirbt der Vater. Der Kronprinz besteigt als Friedrich II. den preußischen Thron.
Seine ersten Amtshandlungen sind geprägt von seinem Ideal des aufgeklärten Herrschers und seiner Auffassung vom König “als erstem Diener seines Staates”.
Friedrich II. schafft die Folter ab, verbietet das Ertränken von Kindsmörderinnen, hebt die Zensur auf und reguliert die Getreidepreise zugunsten der Bevölkerung.

Kriege mit Österreich
Außenpolitisch muss der junge König gleich im ersten Jahr eine folgenschwere Entscheidung treffen. Kaiser Karl VI. stirbt, und dessen Tochter Maria Theresia erhebt Anspruch auf den österreichischen Thron. Friedrich kann das nicht akzeptieren und es kommt zum ersten schlesischen Krieg. Preußen ist siegreich und im Frieden zu Berlin 1742 kommt Schlesien zu Preußen. Schlesien bleibt auch in den nächsten Jahren ein Zankapfel – und Friedrich ist der Erzfeind der Kaiserin. 1745 folgt der zweite Krieg. Wieder muss Österreich eine Niederlage hinnehmen.

Friedrich festigt seine Macht in der Mitte Europas und bekommt den Beinamen “der Große”.

Im Innern bringt Friedrich mit einer groß angelegten Justizreform und der Urbarmachung verödeter Landstriche Preußen nach vorn. Der König kümmert sich, oft mit persönlichem Einsatz, um die innere Kolonisation des Landes und schafft Platz für 300 000 Siedler.

Der siebenjährige Krieg
Außenpolitisch ist die Lage Preußens alles andere als sicher. 1756 führt Preußen Krieg gegen Sachsen. Als Präventivschlag gedacht, steht Preußen nun allein den drei Großmächten Frankreich, Russland und Österreich gegenüber. Der siebenjährigen Krieg beginnt.
Siege und Niederlagen wechseln sich ab. Am Ende, in Kunersdorf, steht die Existenz des Staates auf dem Spiel. Ein glücklicher Zufall wendet das Blatt. Zarin Katharina von Russland stirbt, und ihr Nachfolger Zar Peter ist ein Bewunderer des Preußenkönigs. 1763 schließen Preußen und Russland den Frieden von Hubertusburg. Im Friedensvertrag wird die territoriale Souveränität Preußens festgeschrieben.

Der alte Fritz
Friedrich ist kaum über Fünfzig, aber die letzten Jahre haben ihm zugesetzt. Der Volksmund nennt ihn schon den “alten Fritz”. Trotz der harten Jahre unter Friedrichs Herrschaft, ist  seine Beliebtheit im Volk ungebrochen. Auch die 1766 von ihm eingeführte Steuerreform, die die leere Staatskasse wieder füllen soll, ist gerecht, weil verbrauchsabhängig auf Waren und Genussmittel.

Die 1770er Jahre sind geprägt von inneren Reformen in Militär und Verwaltung. Wieder sind es der persönliche und unermüdliche Einsatz Friedrichs sowie die breite Unterstützung der Bevölkerung, die in der Folge Preußen zu einem der modernsten Staaten in Europa machen.

Friedrich der Große stirbt nach fast einem halben Jahrhundert als König der Preußen am 17. August 1786. Begraben wird er in Sanssouci.

Foto: Statue Friedrich II – © rumifaz/Fotolia

 

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