Fränkische Schweiz – unterwegs im Wiesenttal bei Streitberg

Wanderung in der Fraenkischen Schweiz, Burg Neideck
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Wanderung Burg Neideck Fraenkische Schweiz

15 sehr schöne Wanderkilometer in der Fränkischen Schweiz - zur Nachahmung unbedingt empfohlen.

Streitburg und Burg Neideck - die Namen der zwei Burgruinen deuten es an: Hier, in der lieblichen Fränkischen Schweiz ging es nicht immer friedlich zu.

Wir starten in Streitberg am Familienbad. In heißen Sommermonaten ist dieses Naturfreibad das Einzige im weiten Umkreis, das noch eine erfrischende Wassertemperatur anbietet. Dies liegt am ständigen Zufluss von klarem Quellwasser der nahen Muschelquelle. Nicht nur die Lage zwischen Wiesent und Wald, sowie das Quellwasser, auch die Ausstattung der Badeanstalt ist eine kleine Zeitreise in das letzte Jahrhundert. Die Duschräume beispielsweise sind heute noch als „Abseifräume“ ausgeschildert.
Das Naturbad, so finden wir, ist denn auch der optimale Einstieg für unsere Wanderung  in das Herz der fränkischen Romantik.

Hinauf zur Burgruine Neideck

Beim Schwimmbadkiosk gehen wir rechts den Berg hinauf, um an der nächsten Abzweigung links über geschlängelte Pfade und Stufen binnen kurzem die Ruine Neideck zu erreichen.
Dieses Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz bietet vom Bergfried eine wunderschöne Aussicht über das Tal und das „Muggendorfer Gebürg“. Die 2008 aufwendig instandgesetzte Burgruine ist ausgestattet mit zahlreichen Schautafeln über die Entstehungsgeschichte und Bedeutung dieses Areals.

Schon im zwölften Jahrhundert vor Christus wurde dieser Platz von den Urnenfeldleuten -  wegen ihres Totenkults werden sie so genannt -  besiedelt. Zudem sind Überreste der Hallstattkultur nachgewiesen; bis etwa 450 vor Christus.

Daten & Infos

Die oben verwendete Karte als PDF
Strecke: ca. 15 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: leicht

Dauer: ca. 4 Stunden

Wanderkarten:
Kompass - Digitale Wander- und Fahrradkarte

Wiessenttal - Aufsesstal - Leinleitertal - Fritsch-Wanderkarten 1:35.000

Amtl. Topograf. Wander- u. Radkarte, 1:25.000, Blatt D10, Hollfeld, Wiessenttal, Landesamt für Vermessung und Geoinformation, München

 

Die Hallstattleute werden nach dem ersten Fundort dieser Kulturepoche benannt - Hallstatt in Oberösterreich. Eigentlich waren es Urnenfeldleute, Kelten. Aber sie übernahmen während einiger Jahrzehnte Teile mediterraner, antiker Kultur.
Mit dem Mittelmeerraum standen sie über Handelsbeziehungen in Verbindung. Vor allem die Donau war das Bindeglied zwischen Nord und Süd.
Nach den Hallstattern auf der Neideck ist tausend Jahre Pause. Erst die Salierkönige, um 1000. n. Chr., bauten eine befestigte Burganlage an diesem strategisch günstigen Platz. Der Sehnsuchtsort der fränkischen Romantik ist also geschichtsträchtig wie kaum eine andere Burg in Franken.

Muggendorf

Wir verlassen das Burggelände und wenden uns nach der Mauer links bergab. Kurz nach Verlassen des Waldes kommen wir nach Haag, einem kleinen Weiler, in dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint.

Dem Wanderweg mit dem roten Kreuz auf weißem Grund folgen wir dem Tal flussaufwärts bis nach Muggendorf. Hier gehen wir der Straße nach bis zur Ortsmitte. In Muggendorf kommen wir über die Bayreuther Straße, den „Lindenberg“ in den „Dooser Berg". Auf diesem Weg verlassen wir den Ort in Richtung Albertshof.

In der ersten scharfen Kurve führt uns der Wanderpfad in den Wald in Richtung Oswaldhöhle. Es geht über Stock und Stein und sogar ein paar Meter durch die Höhle hindurch (Stirnlampe). Am Ausgang der Höhle folgen wir dem roten Kreuz in Richtung Engelhardsberg.

Quackenschloss

Auf der Höhe 523 wenden wir uns nach rechts, dem stehenden roten Balken folgend zum „Quackenschloss“. Quer durch den Wald, bergab, durch eine Klinge und wieder bergauf, stoßen wir auf einen Weg mit gelbem Ring als Wegzeichen. Ihm folgen wir bis zu der großen Höhle, benannt nach der ausgewitterten Steinart Quacke oder Rauchwacke. Von hier aus wenden wir uns halblinks unserem nächsten Etappenziel, dem 531 Meter hohen Aussichtsfelsen „Adlerstein“, zu.

Engelhardsberg

Vom Adlerstein ist es nicht mehr weit nach Engelhardsberg. Wir gehen über Felder und zum Schluss ein Stück auf der Straße bis zur Dorflinde. Hier biegen wir nach rechts ab und wandern weiter bis zum Ortsrand in Richtung „Riesenburg“.
Zu dieser Versturzhöhle geht es recht steil bergab und anschließend über Treppen durch diese beeindruckende Felsformation hindurch. Unten angekommen, stehen wir wieder an der Wiesent, die eine große Schleife um den Höhenrücken gemacht hat, den wir erwandert haben.

Doos

Ein Stück an der Straße flussaufwärts kommen wir an ein altes Pumpenhäuschen. Hier verlassen wir die Straße. Über eine Wiese und einen Steg wechseln wir die Flußseite und gehen an der Wiesent entlang bis nach Doos.
Hier mündet die Aufseß in die Wiesent. Eine alkoholfreie Wanderklause mit angeschlossenem „Garten der Sinne“ lädt zum Verweilen ein. Den Gastbetrieb bestreiten Klienten des Therapiezentrums „Haus Aufsesstal“.

Dem malerischen Aufsesstal folgen wir nun bis zur Kuchenmühle, wo es auch wieder gutes, fränkisches Bier gibt. Hinter der Mühle geht eine Waldweg bergauf in Richtung Albertshof, dem wir folgen. In Albertshof stoßen wir auf die Hauptstraße nach Muggendorf und gehen ein Stück auf ihr entlang bis zum Ortsende.
Kurz darauf biegen wir rechts von der Straße ab, und es geht über freie Flächen leicht bergab, bis wir an einem Parkplatz auf eine Hinweistafel stoßen. Hier müssen wir wieder ein Stück Straße bergab laufen, bis wir die Haarnadelkurve erreicht haben, wo der Weg zur Oswaldhöhle abzweigt.
Ab hier sind Hin- und Rückweg identisch. Wer nicht alles zurücklaufen möchte, schaut vorher auf die Betriebszeiten der „Dampfbahn Fränkische Schweiz“ und fährt mit dem Zug von Muggendorf nach Streitberg. Dann reicht es vielleicht sogar noch für einen Besuch der „Binghöhle“ in Streitberg - eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands.

Als Mitbringsel und als Erinnerung an einen schönen Tag in der Fränkischen Schweiz eignet sich der berühmte „Streitberger Bitter“ der Alten Kurhausbrennerei in Streitberg.